Marsha Mellow und ich – Maria BEAUMONT

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 24-03-2013


Amy …
… ist ziemlich süß und ausgesprochen schüchtern. Sie hat einen langweiligen Job bei einem Londoner Stadtmagazin, das leider niemand liest. Einziges Highlight ist ihr neuer Chef, doch der ist so umwerfend, dass Amy in seiner Gegenwart kaum einen ganzen Satz herausbekommt. Amys Liebesleben ist quasi nichtexistent, seit sie ihrem sexbesessenen Exfreund vor einem Swingerclub Goodbye gesagt hat. Doch das ist nicht ihr größtes Problem. Denn Amy hat ein süßes Geheimnis. Ein Geheimnis namens Marsha Mellow …
Marsha Mellow …
… Nummer-1-Bestsellerautorin für erotische Stoffe, ist Londons neue Sexgöttin. Alle sind verrückt nach Marsha. Denn jeder liest, aber niemand kennt sie. Inzwischen hat die konservative Daily Mail sogar ein „Kopfgeld“ auf sie ausgesetzt, um ihrem erotischen Treiben das Handwerk zu legen.
Amy hatte ein Geheimnis.
Jetzt hat sie ein riesengroßes Problem.
Wenn ihre Mutter davon erfährt, ist sie geliefert.
Schließlich weiß die noch nicht einmal,
dass Amy raucht.
Oder dass ihr bester Freund schwul ist. Von ihren literarischen Ergüssen ganz zu schweigen. Doch wahre Sexgöttinnen sind selten – und ausgesprochen schwer zu verstecken. 
(Quelle: Klappentext)

Dieses Buch war ein absoluter Coverkauf, schon allein, weil es keine wirkliche Rückseite hat. Das hat mich in der Grabbelkiste der Mängelexemplare im örtlichen Supermarkt (ich nenne keine Namen *hust*Komm und Klau*hust*) direkt angesprochen. Und die Beschreibung verspricht ein lustiges Buch.
Nachdem eine Freundin, nennen wir sie „Janina“, mir viel Spaß mit dem Buch gewünscht hat, nachdem sie es vor ein paar Jahren selbst gelesen hat und es gut fand, habe ich also frohen Mutes losgelegt.
Wir begleiten hier Amy, die ihre Geschichte in der Gegenwartsform und Ich-Perspektive erzählt. Entgegen des Klappentextes hat Amy nicht mit ihrem Freund vor einem Swingerclub Schluss gemacht, sondern in einem Café (Restaurant?) als Jake (besagter Exfreund) ihr vorschlug, doch einmal mit auf eine Swingerparty zu kommen. Er gehe auf jeden Fall hin, ob sie mitkommt oder nicht. Nachdem er sie dann als prüde, kindisch und schwach beschimpft hat, hat sie ihre Trauer und ihren Frust in einem Buch abgebaut.
Ihr Vorbild war dabei ihr bester Freund aus der Grundschule, Anthony, genannt Ant. Ant ist sehr schwul und wechselt seine Bettgefährten wie andere Leute die Unterwäsche. Amy hat aus Ant eine sehr weibliche Donna gemacht, die dann aber allerlei erotische Abenteuer erlebt. Veröffentlichen wollte sie das Buch jedoch nie. Es war für sie einfach nur eine Therapie, um mit Jake abzuschließen.
Und dann kam ihre Schwester Lisa, die das Buch auf Amys Laptop gefunden hat und ohne Amys Wissen an verschiedene Agenten schickte.
Was mir während des Lesens immer wieder aufgefallen ist, war, dass Amy nicht wirklich Freunde hat. Sie hat ihre Eltern, ihre kleine Schwester Lisa, ihre Agentin Mary. Eine Arbeitskollegin, die ein paar Mal erwähnt wird und Ant, der in New York lebt. Das kam mir sehr einsam vor. Vor allem, da sie sich mit ihren Eltern auch nicht so gut verstanden hat.
Ich finde es auch seltsam, wenn man seinen Eltern das Rauchen verheimlicht, wenn man über 18 ist. Ich kenne diverse Leute, die das tun, von denen einige weit über 40 sind und finde es einfach nur lachhaft. Hier genauso. Ich glaube, dass ich meiner Mutter auch nicht erzählen würde, wenn ich einen Hardcore-Porno schreiben würde, aber wenn ich jetzt das Rauchen anfangen würde, könnte sie das ruhig wissen (Mama, ich rauche nicht!).
Im Buch stürzt Amy von einem Chaos ins nächste und ihre Geheimniskrämerei macht alles nur noch schlimmer. Manchmal ist es einfach so komisch, dass ich lauthals loslachen musste. Zum Glück hab ich es nur in der Wohnung gelesen, im Büro hätte ich sicherlich komische Blicke bekommen.
Das Buch ist sicherlich keine gehobene Lektüre, aber wer das bei dem Klappentext erwartet, hat wohl nicht richtig gelesen. Da ich das Buch aber nach einigen Fantasybüchern als kleine Abwechslung für zwischendurch eingeplant habe, wurde ich nicht enttäuscht.
Insgesamt hat mir aber etwas der Pfiff gefehlt, es war wirklich nett, aber eben auch nur das. Und nett ist ja bekanntlich die kleine Schwester von …
3 von 5 Sternen

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