Betriebsbedingte Kündigung – Das Ende oder der Neuanfang?

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 10-07-2018

Viele haben es schon oft erlebt, für mich ist es jetzt zum ersten Mal passiert: Ich habe meinen Job verloren.

In der Vergangenheit habe immer ich gekündigt, mich für ein Studium entschieden oder wie zuletzt für die Auswanderung.

Glücklich war ich in meinem Job schon lange nicht mehr, das muss ich zugeben. Und auch, dass ich nebenher einen neuen Job gesucht habe. Trotzdem ist es hart, jetzt gesagt zu bekommen, dass ich ab Ende September keinen Job mehr habe.

Der Grund?

Mein Arbeitgeber schließt die Abteilung und wir dürfen unsere Sachen packen.

Was tun? Aufgeben? Zurück nach Deutschland? Hier bleiben? Woanders hingehen? Neuer Job? Selbständigkeit?

Einige meiner Kollegen haben sich entschlossen, zurück in ihre Heimat zu gehen und wäre mein Freund nicht hier, würde ich mir mit ihnen einen Lieferwagen teilen. Sofort.

Wäre ich nicht ausgewandert, hätte ich viele wunderbare Menschen nicht kennengelernt und auch ihn nie gesehen. Aber ich habe eine sichere Arbeitsstelle, die ich geliebt habe, für dieses Abenteuer aufgegeben. Und nach nicht einmal zwei Jahren stehe ich nun vor diesem Scherbenhaufen.

Was tun? Ich bin 31 Jahre alt, lebe in einem fremden Land in einer WG und weiß nicht weiter. Meine aktuellen Arbeitszeiten kotzen mich buchstäblich an. Ich habe zwar 4 Tage frei, was absolut toll ist, aber habe auch 4 sehr lange Arbeitstage. Ich arbeite 11 Stunden täglich in 3 verschiedenen Schichten zwischen 7:30 Uhr früh und 21:30 Uhr abends.

Ich würde gern raus aus dem Callcenter, so wenig Kundenkontakt wie möglich und so viel Geld verdienen, dass ich aus der WG raus kann. Ich muss gar nicht super reich sein, aber bequem leben. Ab und zu in Urlaub (so richtig, nicht nur zu den Eltern oder ins Pfadfinderlager), Hobbys betreiben, ohne, dass man danach den ganzen Monat nichts mehr zu essen kaufen kann, ein kleines, aber süßes Häuschen. Keine Villa, keine Luxuskarre. Brauch ich nicht. Aber WG? Mit über 30? Fühlt sich nicht gut an.

Irgendwie wäre ich gern mein eigener Chef, aber was tun? Ich kann nichts, was mich von anderen abhebt und DIE Idee fehlt mir auch.
– Ich kann nähen, aber leider ist niemand gewillt, so viel Geld für selbstgemachte Sachen zu bezahlen, dass man zumindest die Kosten wieder reinbekommt. Von Gewinn rede ich nicht mal. Ich mein, wer bezahlt schon 50 Pfund für ein Portemonnaie, auf dem eben nicht Louis Vuitton, sondern Christina Scheper steht?
– Ich kann backen, aber siehe oben.
– Ich mag Kinder, habe aber keine Qualifikationen. Nur Erfahrungen.
– Ich lese gern, aber wer bezahlt mich schon dafür?
– Ich beherrsche Schriftdeutsch recht gut, aber Lektorate gibt es wie Sand am Meer. Da ist der Markt gesättigt.

Ach, man. So eine Krise hatte ich noch nie. Ich habe keine Lust auf gar nichts, aber will was aus meinem Leben machen. Ich will dieses Ding mit der Auswanderung wuppen. Ich bin ein schlechter Verlierer und will nicht sagen “Shoot, das war die dümmste Idee meines Lebens, hätte ich es mal besser nicht getan”. Ich kann meine Mutter schon hören: “Ich habe es dir doch gesagt!”

Wie kommt man da raus? Wie findet man seinen Weg? Hiiiiilfeee …

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