Old Souls: Die Keime (1) – Julia MAYER

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 23-01-2013

Kindle vom Handy abfotografiert

Amerika, 2074. Auf der Flucht vor den Menschen, die nach dem Leben der „Keime“ trachten, findet sich Avery als eine der wenigen Überlebenden mit anderen Flüchtlingen zusammen. Verzweifelt sind sie auf der Suche nach dem verlorenen Frieden ihrer Gesellschaft. Doch genau dies wird ihnen nicht gewährt, schließlich sind sie Keime – Bürger, die dafür verantwortlich gemacht werden, dass das höchste Gut der futuristischen Menschheit – die Wiedergeburt – nicht länger möglich ist.

„Die Keime“ ist der Auftakt einer acht Bände starken All-Age Dystopie und widmet sich mit Leidenschaft den Fragen einer zukünftigen Gesellschaft und der zwischenmenschlichen Philosophie.

(Quelle: amazon.de)
 Zum Inhalt des Buches kann ich nicht viel sagen. Zum einen ist nicht viel passiert, zum anderen habe ich das wenige, was passiert ist, nicht wirklich verstanden.
Im Großen und Ganzen ist unsere Protagonistin, Avery, auf der Flucht. Zu Beginn ist sie auf der Flucht, in der Mitte ist sie auf der Flucht. Am Ende ist sie immer noch auf der Flucht. So viel habe ich verstanden: Die Seele durchläuft verschiedene Phasen und wird am Ende in einem neuen Körper wieder geboren. Wann sie von einer Phase in die nächste wechselt, ist immer unterschiedlich. So ist Averys Mutter laut deren Aussagen schon recht früh in die älteste Stufe gewechselt, und Skar, Averys Begleiter, ist im fortgeschrittenen Alter (er hat graue Haare, ich schätze ihn auf etwa 45 aufwärts) immer noch in der ersten Seelenphase. Und nun kehren die Seelen nicht wieder. Anscheinend können die Leute spüren, wenn die Eltern sterben, ob deren Seelen noch da sind oder nicht. Und irgendjemand hat sich überlegt, dass die Menschen, die noch in der ersten Seelenphase sind, Schuld tragen.
Tja, und leider habe ich das meiste Wissen aus dem oberen Absatz NICHT durch Lesen des Buches herausgefunden, sondern durch Lesen anderer Rezensionen. Normalerweise lese ich keine Rezensionen zu Büchern, die ich noch lesen will oder die ich gerade lese. Ich habe immer Angst, dass mir jemand irgendetwas verrät und dann steh ich da mit meinem Talent. Hier aber habe ich sie gelesen in der Hoffnung, dass jemand was verrät.
Dass die Autorin im ersten von acht Teilen nicht alles offenlegt, ist gewollt und an sich ja auch richtig. Aber ich habe leider rein gar nichts verstanden. Was ist los, wieso ist es so und was genau ist das alles? Man sollte allerdings so viel erklären, dass der Leser sich nicht verlassen fühlt. Das ganze Buch über hatte ich immer das Gefühl, dass die Autorin mich „vergessen“ hat. Sie hat mich nicht mitgenommen auf die Reise. Die ganze Hintergrundgeschichte und wichtige Informationen fehlten einfach.
Für mich sehr schwer war auch die sprachliche Hürde. Ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen, bei uns zu Hause wird Deutsch gesprochen, ich war auf einer Privatschule, ich habe mein Abitur, eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein halbes Studium. Und trotzdem…
Frau Mayers (Schreib)Sprache ist sehr poetisch, geschwollen und überladen. Sie braucht acht Sätze, um auf den Punkt zu kommen. Und sie liebt das Partizip Präsens Aktiv, auch Partizip I genannt.
Der schlimmste Satz im ganzen Buch war dieser:

Den Kopf wendend, hebend, schließlich das Sofa verlassend und mit wackligen Schritten erst im Badezimmer nachsehend, versuche ich die Quelle dieser Geräusche zu finden. (Pos. 1235)

Ich bin auch jedes Mal über die Koryphäe gestolpert. Jeder Mensch in Mayers Welt hat eine Koryphäe, die – so habe ich es zumindest verstanden – wohl eine Art Schutzengel ist. Aber die Koryphäe ist nach dem Duden jemand, der auf einem bestimmten Gebiet außergewöhnliche Fähigkeiten besitzt. Soll also der Schutzengel ein Experte auf dem Schutzengelgebiet sein?
In einem Satz hat die gute Julia mir die Gedanken schon vorab gelesen:

Er zieht mir die Zigarette zwischen den Lippen hervor und verschwindet wieder in der Wohnung, während ich mir das Haar zurückstreiche und nach dem Sinn des Ganzen suche. (Pos. 1991)

Den Sinn suche ich – leider – auch noch.
Ein Fehler ist mir noch aufgefallen. Sie schreibt: 
Ein Kind an der Hand ihrer Mutter. (Pos. 2562)
Das Kind heißt es. D-A-S Kind. Das Kind ist also an der Hand SEINER Mutter. Nicht ihrer. Sogar d-a-s Mädchen wäre an der Hand seiner Mutter.
Es gibt noch mehr solcher Beispiele, z.B. schüttelt jemand wortlos den Kopf, sagt aber direkt nach dem Satzzeichen etwas. Sie schüttelt also den Kopf und erst nachdem das Schütteln vorbei ist und der Kopf still steht, fängt sie an zu reden? Das war übrigens Position 3372.
Die Figuren waren bis auf Avery alle eher flach. Okay, wir haben einen Ich-Erzähler (Avery). Avery kann nun mal nicht in die Köpfe der anderen gucken, aber wir erfahren von niemandem etwas. Weder von Skar, der uns den größten Teil des Buches begleitet, noch von Cosima, Cash oder Jorris. Wir wissen, wer ein Keim ist, wer schon weiter ist in seinen Phasen und wer welche Drogen nimmt. Aber das war’s dann auch. Avery philosophiert ewig lang über den Sinn des Lebens und wie schlecht es ihr doch geht und wie sehr sie sich missverstanden fühlt. Ich weiß nicht, ob irgendwo ihr Alter erwähnt wird, aber ich würde sie auf etwa sechzehn Jahre schätzen. Sie benimmt sich allerdings häufig wie eine trotzige Elfjährige.
Mir persönlich hat diese ganze Drogen-Nehmerei gestört. Der Großteil der wichtigen Figuren ist drogenabhängig. Die Symptome beim kalten Entzug werden sehr überzeugend dargestellt. Glaube ich zumindest. Ich kenne niemanden, der Drogen nimmt (hoffe ich) und habe selbst noch nie illegale Drogen probiert (weiß ich!) und ich habe da auch kein Verlangen nach. Aber ich fand es sehr realistisch. Trotzdem schmeißen die sich die Drogen rein, wie andere Wasser trinken. Nicht so meins, ehrlich nicht.
Ich kenne zwei Coverversionen. Zum einen dieses Mädel mit den blauen Augen           und dem Krabbelvieh, was man aktuell beim großen Fluss findet. Zum anderen das, was ihr oben seht. Entschuldigt, aber das ist so was von hässlich! Und hat nichts mit dem Buch zu tun. Das neue ist viel viel schöner!
Ich hoffe für all diejenigen, die diese Reihe noch weiterlesen, dass Avery am Ende des achten Bandes nicht mehr auf der Flucht ist. Ich persönlich kann aber auf die anderen sieben Teile verzichten.
Dafür gibt es leider nur
1 von 5 Sternen

Kurzgewinnspiel – AUFLÖSUNG

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 19-01-2013

Mit diesem Ergebnis hätte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet.

Mitgemacht haben sieben Leute, die eigentlich alle richtig lagen. Aber: Bea hat es genau bezeichnet!

Ja, es sind Stempel. Und ja, man kann sie selbst zusammen setzen. Aber nur Bea wusste, dass man mit ihnen Kekse bedruckt. Woher sie das wusste? Wahrscheinlich hat sie dieses Stempelset selbst zu Hause. Ich hätte es nämlich nicht gewusst 🙂

Hey
Da steht Christinas Buchwelt <3 und die Schrift wird dann in eine Keksform gemacht und dann hat man den Schriftzug auf seinem Keks 😉
Lg Bea

Hier die Beweisfotos

Bitte nicht über meine Keksformen lachen. Ich habe keine Ausstechformen und die Gebäckpresse hat nicht so gut funktioniert. Bis auf diese eine Blume da oben ^^

Und was hat die Bea jetzt gewonnen? Klar, ein Kekse-Paket. Ich habe gerade stundenlang gebacken, verschiedene Sorten, die alle mehr oder weniger gleich verkrüppelt aussehen, aber immerhin gut schmecken. Schick mir bitte deine Adresse per Mail an christinas-buchwelt@web.de und das Paket macht sich gleich nächste Woche auf den Weg.

Happy cookie-baking 🙂

KURZGEWINNSPIEL

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 18-01-2013

Unter allen richtigen Einsendungen bis morgen 
(Samstag, 19.01.2013) 
um 12 Uhr mittags wird ein Überraschungspaket verlost!

Wer kann mir sagen, was auf dem Bild zu sehen ist oder wofür man es verwendet?

Zur Teilnahme bitte die Antwort NICHT als Kommentar posten, um nichts zu verraten. Schickt eine Mail mit dem Betreff „Kurzgewinnspiel“ an christinas-buchwelt@web.de
Viel Glück und bis morgen!
Eure Christina
PS: Wer unter 18 ist, fragt bitte seine Eltern um Erlaubnis, da ihr eure Anschrift rausgeben müsst (die natürlich nur zum Verschicken verwendet und anschließend gelöscht wird!).

Ein Jahr im Frühling – Martina NOHL

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 09-01-2013


Quelle: amazon.de
Emily aus Hamburg wagt einen Neubeginn im romantischen Heidelberg. Sie verliebt sich in den schönen Witwer Josue und stellt ihm nach, bis er ebenfalls Interesse an ihr zeigt. Auf Biegen und Brechen versucht sie, in ihm ihren Traummann Wirklichkeit werden zu lassen. Gleichzeitig wird sie mit der Beziehungsrealität einer Patchworkfamilie und der Starcellistin Camilla als Konkurrentin konfrontiert.
Emily ist blind aus Sehnsucht nach Liebe und verwechselt dabei möglicherweise ein Jobangebot als Mutter mit der großen Liebe. Ob ihr der unkonventionelle David, der Heidelberg und ihre Seele wie seine Westentasche kennt, dabei hilft, neu sehen zu lernen?
Lassen Sie sich mitnehmen in eine Stadt voller kleiner und großer Wunder und begleiten Sie Emily bei ihren Streifzügen und sympathisch-skurrilen Begegnungen.
(Quelle: amazon.de)
Ich habe auch hier recht lang gebraucht, bis mich die Geschichte gepackt hat. Erst bei etwa 35% kam ich in den Fluss, dass ich beim Lesen auch wirklich vorangekommen bin. Das kann aber auch daran liegen, dass ich Emily nicht sonderlich mochte.
Emily ist anscheinend achtundzwanzig Jahre alt. Irgendwo wurde das erwähnt. Sie verliebt sich auf dem Friedhof in den fast vierzigjährigen Josue (der eigentlich Josué heißen müsste?!). Emily beginnt augenblicklich, den armen Mann, der vor kurzem seine Ehefrau verloren hat, zu bestalken. Sie findet heraus, wie er heißt, wo er wohnt, wo er arbeitet, beobachtet seine Wohnung und seine Kinder.
Ihre Aktion, endlich mal in Kontakt mit Josue zu kommen (mein Word unterstreicht den Namen rot, weil er falsch ist…), ist total peinlich und gehört verboten.
Emily ist außerdem total naiv, beschränkt und irgendwie auch dumm. Sie wird dermaßen offensichtlich verarscht, aber merkt es nicht. Sie glaubt, sie ist glücklich.
Mich hat auch insgesamt gestört, dass alle Beziehungen dermaßen schnell sind. Da kommt jemand zusammen, gefühlte drei Wochen später sind sie schwanger und 5 Wochen später wird schon geheiratet. Und das kommt mehr als einmal vor hier. Was ist denn so schlimm daran, ein paar Verhütungsmittel zu verwenden und erst mal den Partner kennen zu lernen, bevor man direkt heiratet?
Und es ist auch irgendwie total übertrieben, wie da die Partner gewechselt werden. Innerhalb von zwei Wochen sind 3 Männer in Emily verliebt, die sich aber auch innerhalb von drei Tagen entlieben und anderweitig orientieren.
Lediglich anhand der Semesterferien und Feiertage kann man ein zeitliches Gefühl entwickeln. Und jedes Mal, wenn ich mir wieder vor Augen gehalten habe, wie wenig Zeit eigentlich erst vergangen ist, war ich total entsetzt.
Die Idee gefällt mir sehr gut, aber die Umsetzung lässt leider sehr zu wünschen übrig. Die Protagonistin wirkt etwa 13 Jahre jünger, als sie ist, was angesichts ihres noch recht jungen Alters bedenklich ist. Auch die Tatsache, dass sie mit ihren 28 Jahren noch nicht wirklich weiß, was sie studieren möchte und vor allem später mal damit anfangen kann, ist nicht gerade hilfreich. Ich fand sie einfach nur dämlich und unsympathisch.
Auch das Ende kam für meinen Geschmack zu plötzlich und unerwartet. Es war einfach nur unglaubwürdig.
Ob sich der Titel auf den zeitlichen Umfang des Buches bezieht? Ich vermute, aber weiß es nicht.
Ich weiß, dass ein professionelles Lektorat / Korrektorat teuer ist, aber vielleicht hätte man hier mal eine Freundin/Mutter/Schwester drüber gucken lassen sollen, es sind verhältnismäßig viele Fehler im Buch. Hauptsächlich dreht sich dieses um die Zeichensetzung bei der direkten Rede. Aber auch diese Fehler wären vermeidbar.

Leider nur eher schwache 
2,75 von 5 Sternen