Der Löwenzahnjunge – Karen KINGSBURY

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 15-03-2013

Der New-York-Times-Bestseller über eine wundervolle Freundschaft,
die alles verändert
Gegensätzlicher könnten Ella und Henry nicht sein: Ella ist der Star im Schulmusical, Henry Harris ist Autist.
In seiner eigenen Welt gefangen, lebt der Jugendliche klug, zurückgezogen, freundlich, aber in der Schule gemobbt. Als Ella ihm eines Tages begegnet, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Irgendwie kommt er ihr vertraut vor. Und dann erinnert sie sich: als Kinder haben sie miteinander gespielt – bis Henrys Krankheit sie jäh voneinander trennte.
Nun beginnt Ella für ihn zu glauben und für ihn zu kämpfen – und damit für sich selbst, ihre Familie und die Schule.

Ein hinreißender Roman über die Kraft der Freundschaft und das Vertrauen, dass Gottes Liebe keine Grenzen kennt.
(Quelle: Klappentext)
Dieses Buch war ein Geburtstagsgeschenk von meiner Mutter. Aber es ist definitiv ein Buch, welches ich auch selbst gekauft hätte, wenn es mir in die Finger gekommen wäre.
Wenn ich mir meine Gelesen-Liste in diesem Jahr ansehe, ist es seit langem das erste richtig ernste Buch. Diese Geschichte ist so anders als alles, was ich bisher kenne.
Man nehme die allerbesten Freundinnen, die eine High School jemals gesehen hat. Dazu gibt es natürlich die dazu gehörigen Freunde, die bald nach Schulabschluss zu Ehemännern befördert werden. Und nicht zu vergessen: perfekte, gesunde, wunderschöne Kinder. Jede Familie hat eines, ein Mädchen und ein Junge, beste Freunde für immer.
Doch dann passiert das Unglück. Der Junge, Henry, verschließt sich. Er spielt nicht mehr mit Ella, reagiert nicht, lässt sich nicht mehr anfassen und zieht sich in sein Schneckenhaus zurück. Die Diagnose: Autismus. Während Henrys Eltern geschockt sind, aber mit der Diagnose und den Folgen umgehen müssen, bekommen Ellas Eltern Angst und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen. Sie brechen den Kontakt ab, beenden die jahrelange Freundschaft.
Fünfzehn lange Jahre später laufen sich Ella und Henry zufällig über den Weg, Ella hat Henry schon lange vergessen, aber Henry erkennt sie sofort als seine Ella von früher wieder.
Ella gehört zu den Coolen an der Schule, sie ist hübsch, schlank, beliebt, reich. Sie ist Cheerleaderin und spielt die Hauptrolle im Schulmusical. Außerdem ist sie mit dem Star der Footballmannschaft, Jake, zusammen. Alles, was man sich wünscht, oder?
Im Laufe der Geschichte merkt man, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.  Auch das scheinbare Paradies hat seine Schatten und Ellas Leben ist nur äußerlich betrachtet perfekt. Von ihrem Standpunkt aus ist es alles andere als das. Ich denke, jeder von uns hat schon mehr als einmal gedacht, dass das eigene Leben schrecklich sei, allen anderen gehe es sowieso viel besser und so weiter. Ich auch. Aber nach diesem Buch weiß ich zu schätzen, was ich habe, wie ich aufgewachsen bin, was ich erleben durfte.
Karen Kingsbury hat einen wundervollen Schreibstil. Er ist ernst, aber nicht schwulstig, er ist nicht überzogen, aber vollkommen realistisch. Schon auf den ersten Seiten wurde deutlich, dass Frau Kingsbury ein sehr gläubiger Mensch ist. Das liest man auf jeder Seite ihres Buches. Mir persönlich war es jedoch häufig zu viel des Guten. Dass die Personen in der Geschichte viel beten, ist auf der einen Seite verständlich und für mich auch vollkommen in Ordnung. Aber ich kann einfach nicht nachvollziehen, dass Gott antwortet. Dass Henrys Mutter im Glauben Kraft findet, weil sie ihren schwerkranken Jungen allein großziehen muss, ist absolut gerechtfertigt, aber muss sie eine halbe Seite lang mit Gott reden und vor allem Antworten bekommen?
Auszug aus Seite 47
Die Geschichte über den an Autismus erkrankten Henry und wie die Musik ihm hilft, aus seiner „Gefangenschaft im eigenen Körper“ auszubrechen hat mich wirklich sehr berührt, auch wenn es Momente gab, in denen ich an der Glaubhaftigkeit zweifelte.
Es gab sehr viele schöne Momente, bei denen ich beim Lesen dachte „Oh, das wäre ein tolles Zitat“, aber irgendwann habe ich gemerkt, dass ich dann fast das ganze Buch abschreiben müsste und das geht nun wirklich nicht.
Der Löwenzahnjunge ist ein herzerweichender Roman über die Kraft von Liebe, Freundschaft und in diesem Fall auch von einem unerschütterlichen Glauben, der wahre Wunder bewirken kann.
Diejenigen, die sich von den vielen Gebetspassagen nicht stören lassen, werden eine wundervolle Geschichte lesen dürfen. Trotzdem ziehe ich einen für diese merkwürdigen Antworten von Gott ab.
 4 von 5 Sternen

Edit: Ich schaue gerade die Homepage der Autorin an. Und siehe da, Henry heißt im Original Holden. Das macht Ellas Spitzname für Henry, den sie als Kleinkind benutzt hat, wesentlich verständlicher: Holly. Von Holden zu Holly. Klar. Von Henry zu Holly. Hä? Lieber Brunnen Verlag, was habt ihr euch dabei gedacht?

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