Götter ohne Manieren – Marie PHILLIPS

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 21-04-2013


Unsterblich zu sein ist schwer. Vor allem für die griechischen Götter im 21. Jahrhundert: Sie wohnen im Norden Londons unter einem Dach mit zu vielen Geschwistern und zu wenig warmen Wasser verdingen sich mit den unmöglichsten Beschäftigungen. Artemis, die Göttin der Jagd, führt Hunde aus, Aphrodite, die Göttin der Liebe, bietet Telefonsex an, und Apoll, der Sonnengott, moderiert eine Fernsehshow. Da kann einem die Ewigkeit schon lang werden! Doch dann holt Artemis eine Putzfrau ins Haus, und plötzlich steht die Götterwelt Kopf.
(Quelle: Klappentext)

Ein Klappentext, der eine lustige Unterhaltung verspricht. Betont durch Zitate aus bekannten deutschen Zeitschriften:

„Gnadenlos komisch. Ein himmlisches Lesevergnügen!“ Freundin
„Voll schräger Komik, klugem Witz und pointensicher“ WAZ

Leider habe ich davon im Buch nichts gefunden. Das tut mir echt Leid, denn die Idee hat ein sehr gutes Potential. Aber die Umsetzung ist so schlecht.
Grob zusammengefasst kann man sagen: Apoll hat ständig Sex mit Aphrodite, obwohl diese mit Hephaistos verheiratet ist. Der Sex ist leidlich gut, aber lieber schlechten Sex als gar keinen, denkt Apoll.
Dann wollte Aphrodite von Apoll eine kleine Gefälligkeit, die er ihr nicht erwiesen hat (er sollte das Duschwasser mit seiner Kraft anheizen). Daher war Aphrodite böse und hat dafür gesorgt (immerhin ist Eros – der mit dem Bogen und den Liebespfeilen – ihr Sohn), dass Apoll sich in eine Sterbliche verliebt.
Diese Sterbliche ist Alice, von Beruf Putzfrau. Alices bester Freund, in den sie heimlich verliebt ist, hat sie auch durch ihren Job kennengelernt. Sie hat nämlich Neils Büro geputzt.
Aphrodite bringt nun Hermes, der unter anderem Gott des Zufalls ist, dazu, Alice in das Haus zu schleusen, damit Apoll weiter leidet, glaubt sie doch, dass Eros Alice mit einem Hasspfeil bedacht hat.
Natürlich kommt es früher als später zum Eklat.
Auch hier ist die Idee immer noch super, aber die Umsetzung ist mehr als langweilig geschrieben, es gab im ganzen Buch keine Lacher, keine Spannung.
Es plätscherte leicht dahin, die mehr als flapsige, lockere Sprache unserer jahrtausendalten Figuren war für meinen Geschmack doch etwas fehl am Platz. Okay, dass sie sich zwangsläufig an die aktuellen Sprachverhältnisse anpassen, um nicht allzu sehr aus dem Raster zu fallen, ist in Ordnung, aber die Fäkalsprache war eindeutig zu viel des Guten.
Ich fand es trotz allem interessant, ein wenig über die griechischen Gottheiten zu erfahren. Von Zeus hat wohl jeder schon gehört, auch Poseidon ist eigentlich jedem ein Begriff. Hier werden die „wichtigsten“ Gottheiten und ihre Aufgaben erläutert. Dabei erleben tun wir sie im größten Teil nicht wirklich, aber es wird zumindest erwähnt, wer was macht. Ob das nun alles so richtig ist, kann ich nicht nachvollziehen, aber es war das einzige, was mir positiv aufgefallen ist und das wollte ich anmerken.
 2 von 5 Sternen

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