Fuck the Möhrchen: Ein Baby packt aus – Barbara RUSCHER

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 17-08-2014

Gut gebrüllt, Baby!20140817_164222

Nach Monaten der Frühförderung in Mamas Bauch weiß Mia zwar alles über Mozarts Klavierkonzerte und die griechische Sagenwelt, kann sich aber weder drehen noch sprechen. Nur ihr Teddy versteht sie. Und der anstrengende Familienalltag fordert seinen Tribut bei ihren Eltern. Als die Ehekrise droht, müssen Mia und Teddy handeln.
(Quelle: Klappentext)

Mias Geschichte beginnt während ihrer Geburt, Mia noch im Mutterleib. Wir sehen die Welt, wie Mia sie sieht. Und stellen fest: Babys bekommen mehr mit, als man denkt. Jeden noch so kleinen Streit ihrer Eltern bemerkt sie und versucht dann auch, beiden zu helfen. Die merken das jedoch meist gar nicht und schimpfen mit ihr.

Zu Beginn fand ich es noch sehr lustig, wie politisch unkorrekt Mia ihre Welt beschreibt.

Dann sehe ich mich erst mal in unserem Palast (Kreißsaal, Anm. d. Bloggerin) um und schreie entsetzt los, denn die Wände hat Gudrun-Rudolf-Steiner Wiebkötter in gebärmutterfarbenem Rosa gestrichen – zum Glück bin ich ein Mädchen, sonst müsste ich mit Sicherheit sofort schwul werden. (S. 6)

Auch ihre Missverständnisse haben mich häufig zum Lachen gebracht.

Zu meinem Entsetzen wache ich nach meinem ersten Schlaf […] nicht alleine auf. Neben mir liegt eine vollständig behaarte Gestalt mit einem Knopf im Ohr und grinst mich an. […] Ich fasse es nicht. Mama und Papa haben mich heimlich verheiratet. (S. 9)

Doch irgendwann wendete sich das Blatt. Ich war verwirrt. Und genervt. Denn wie kann es sein, dass die kleine Mia weiß, was schwul bedeutet und auch die Institution Ehe kennt, aber dann wiederum nicht weiß, was z.B. eine Samen-Spende ist. Ebenso kennt sie Pastinaken nicht, weiß aber durchaus, was ein Nackensteak ist, was Schwein ist und vor allem auch, was Antipasti sind.

Es ist sicherlich ein schmaler Grat, den die Autorin hier geht. Klar, dass Mia schon einige „erwachsene“ Sachen kennen muss, denn sonst wäre es ja halb so lustig.

Selbst die Frühförderung erklärt nicht, weshalb sie alles „etepetete“-artige kennt, aber stinknormale Sachen ihr vollkommen fremd sind.

Auch fand ich an mehr als einer Stelle die Wortwahl ziemlich ungeeignet. Ja, sicher, es ist eine Satire und soll daher überspitzt sein. Aber manchmal ist weniger einfach mehr. Am ersten Tag ihres Lebens nennt der Teddy die Mutter „Pinocchio-Schlampe“. Ich bitte euch. Das hat meinen Lesespaß dann doch ziemlich verringert.

Trotz alledem würde ich das Buch weiterempfehlen, denn es hat mich gut unterhalten.

bewertung-3

Comments (2)

Hallo Christina,

ein Teddy der die Mama , als „Pinocchio-Schlampe“ zu bezeichnen geht in meinen Augen gar nicht.

Sorry, dazu fehlt mir, als wohl selber Mama einfach der entsprechende Humor, über solche Bezeichnung kann ich persönlich nicht lachen. ….

Und würde da schon das Buch zur Seite legen….

Mehr muss ich dazu nicht sagen oder?

LG..Karin..

Nein, musst du nicht. Ich fand es auch echt hart an der Grenze. Ich kann noch so sehr selbst Probleme mit meiner Mutter haben, aber wer meine Mama beleidigt, hat nen neuen Feind… Da werde ich böse. Mal ganz davon abgesehen, dass man so eher niemanden nennen sollte.

Insgesamt war das Buch gar nicht so schlecht, aber nun denn…

Grüße zurück

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