So fern wie ein Stern – Amanda FROST

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 17-08-2014

Hätte der Tierarzt Mark für Frauen nur ein halb so geschicktes Händchen wie für Tiere, würde sein Einsatz auf der Erde sicherlich erfolgreicher 20140817_164234verlaufen. Denn kaum hat er die quirlige Elena kennengelernt, verliert sie bei einem Unfall ihr Gedächtnis. Eine Fügung des Schicksals? Vielleicht! Elena kauft ihm nämlich bedenkenlos ab, dass Außerirdische auf der Erde das Normalste der Welt sind. Orientierungslos, wie sie ist, verfrachtet Mark sie schließlich auf seinen Heimatplaneten Siria. Mitnichten darauf gefasst, dass der rothaarige Wirbelwind binnen kürzester Zeit nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner beiden Töchter auf den Kopf stellt. Was aber, wenn Elena eines Tages ihr Gedächtnis wiedererlangt…?
(Quelle: Klappentext)

So fern wie ein Stern ist der dritte Teil der Siria-Reihe und kann – ebenso wie die beiden Vorgänger – unabhängig gelesen werden. Aber es macht mehr Spaß, wenn man die anderen Bücher kennt, da die Autorin sich immer wieder mal auf vorhergegangene Ereignisse beruft.

Die Protagonisten aus Band 1 und 2 tauchen auch wieder auf, was ich total toll finde, da es diese eigentlich autonomen Geschichten miteinander verbindet. Man ist ein Teil davon, denn man fühlt sich, wie mit Freunden oder der Familie auf einer Feier, wenn einer anfängt, „Geschichten von damals“ zu erzählen. Wisst ihr noch, die Oma früher immer… Ja, wir wissen, denn wir waren dabei!

Die Geschichte war dieses Mal ganz anders, denn sie spielt zum großen Teil auf Siria. Zu Beginn sind wir auf der Erde, und stolpern direkt in den Verkehrsunfall rein, bei dem Elena ihr Gedächtnis verliert. Mark kennt zwar nicht einmal ihren Nachnamen, besucht sie aber trotzdem so gut wie täglich. Er scheint sie wirklich zu mögen.

Dann plötzlich bekommt er einen gedanklichen Kurzschluss und entführt Elena nach Siria. Es fällt ihr anfangs ziemlich schwer, sich zurecht zu finden, da wirklich alles anders ist als auf der Erde. Dazu kommt, dass Marks ältere Tochter, Tessa, Elena nicht mag und sie das auch spüren lässt. Ihre Streiche kennt jeder aus diversen us-amerikanischen Kinderfilmen, in denen eine verhasste Stiefmutter loszuwerden war. Hier tat Elena mir schon leid, aber ich konnte auch Tessa verstehen. Die kleine Carina hingegen ist schnell Elenas Charme erlegen. Auch wenn sie klüger ist als Elena, so mag sie sie sehr und zeigt ihr das auch.

Mir hat dieser Teil einen Ticken besser gefallen als der zweite, der erste ist allerdings nach wie vor mein Favorit. Ich mag Amanda Frosts Art zu schreiben. Sie verwendet eine moderne, im allgemeinen Sprachgebrauch verwendete Sprache, die aber nie vulgär wirkt. Die wenigen Kraftausdrücke, die vorkommen, sind aber an den Stellen äußerst passend. Besonders witzig fand ich auch hier wieder einige typische Sprichwörter, die die Sirianer nicht verstehen. Zwar ist ihr „Alltagssprachübersetzungsgerät“ besser geworden (im ersten Teil steht Rafael ziemlich häufig wie der Ochs vorm Berg), aber alles kennt es noch immer nicht.

Ich habe mich beim Lesen dauernd gefragt, wie Elena wohl reagieren wird, wenn sie erfährt, dass Mark sie eigentlich von Anfang an belogen hat. Es ist ja auch keine kleine Lüge gewesen, die man unter „ferner liefen“ verbuchen könnte. Alles in allem fand ich ihre Reaktion durchaus realistisch, wenn man im Zusammenhang von Außerirdischen von realistisch sprechen kann.

Dies ist wohl das Ende der Siria-Trilogie. Das Ende gibt dies auch her. Trotz allem hat sich die Autorin die Möglichkeit einer Fortsetzung offen gelassen. Ich hoffe sehr, dass es irgendwann weitere Teile geben wird.

Auf ihrer Seite wird eine Dilogie für diesen Herbst angekündigt. Für diese und natürlich alle weiteren Bücher wünsche ich Amanda Frost viel Erfolg!

bewertung-5

 

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