Wandlerin zwischen den Welten: Weltträumerin 1 – Bianca WÖRTER

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 01-08-2013


Quelle: www.biancaw-autorin.homepage.eu/

Alena hat sehr viel Fantasie und träumt sehr intensiv. Eines Tages trifft sie einen Mann, von dem sie Stunden zuvor geträumt hatte, in der realen Welt. Daraus entsteht eine Freundschaft, durch die sie noch andere Menschen kennen lernt, von denen sie geträumt, sie aber nie zuvor gesehen hatte. Plötzlich ändert sich alles. Sie erfährt, dass ihre neuen Freunde in Gefahr sind und findet heraus, dass nur sie ihnen helfen kann, wenn sie zwischen den Welten wandelt. Dies führt sie in die Parallelwelt Soma, die mit der Erde durch ‚Traumtunnel‘ verbunden ist. Alena und ihre Freunde bekämpfen dort den Tyrannen Parim, der Soma und auch die Erde durch seine Machtbesessenheit bedroht. Alena gerät zwischen alle Fronten als sie langsam erkennen muss, dass ihre Fantasie und starker Wille auf Soma pure Magie ist, die immer weiter und stärker in ihr heranreift. Am Anfang noch als Spielball der Magie, lernt sie auch durch einen Drachen ihre Macht zu kontrollieren und gnadenlos einzusetzen.

(Quelle: amazon.de)

Ein so schöner Klappentext, der leider in der Umsetzung nicht halten kann, was er dort verspricht.

Zu Beginn des Buches empfand ich eine tiefe Abscheu Alena gegenüber. Sie war arrogant, oberflächlich und ein bisschen flatterhaft (<< nette Wortwahl, da Jugendschutz). So hören wir zum Beispiel gleich zu Beginn des doch recht dicken (528 Seiten etwa) Buches u.a.  folgende Äußerung:

Natürlich hatte ich gar nichts gegen ein angenehmes Äußeres, das gehörte auch dazu, da ich mich als attraktiv empfand und das auch von meinem Freund erwartete.“ Pos. 260

Ähnliches kam noch circa zweimal vor, allerdings habe ich mir dort keine Markierungen gesetzt. Dass man seinen Partner hübsch finden sollte, ist durchaus angebracht, aber diese Einstellung „ich bin geil, also muss der Kerl das auch sein“ geht mir ziemlich quer.

Das Flatterhafte lässt sich auch sehr schnell erklären: Alena lernt Yan kennen, der ihr mal im Traum erschienen ist. Dort wollte er sie übrigens umbringen. Dann hat sie ihn dreimal getroffen, war verliebt, hat sich eingeredet, dass sie mit ihm zusammen sei. Am nächsten Tag trennt sie sich von ihm und verliebt sich sofort in Ralf, von dem sie zwischen der Trennung und dem neuen Verlieben wieder geträumt hat. Als sie dann nach einer Party bei Ralf übernachtet, küsst sie diesen, bevor dieser ihr David vorstellt, von dem sie grad einen kurzen Tagtraum hatte. Vor zehn Minuten noch Ralf geküsst, liegt sie plötzlich in Davids Armen. Ob das unbedingt so sein muss? Alena hat sich hier pauschal in 2 Wochen in DREI Männer ver- und wieder entliebt. Und wie kann sie denn an Ralfs Pool David küssen, wenn Ralf zuguckt, mit dem sie grad eben noch geküsst hat?

Das war der Moment in dem ich das Buch am liebsten abgebrochen hätte (ca. 20% Lesefortschritt), aber mein Ehrgefühl war stärker. Zwischen 22% und 38% ging es dann tatsächlich bergauf. Wir reisen in die Parallelwelt Soma, Alena ist plötzlich nicht mehr nur an ihrem Äußeren interessiert und lernt einen weiteren Mann kennen, in den sie sich dann ausnahmsweise mal nicht verliebt. Sie scheint sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft Somas zu machen. Denn Soma wird von einem diktatorischen Herrscher regiert, der nicht nur eine Gefahr für Soma sondern auch für die Erde darstellt.

Leider ließ es dann aber auch wieder nach, sodass ich ab 50% Lesefortschritt nur noch weiter gelesen habe, weil ich die Hälfte schon geschafft hatte. Jetzt aufgeben wäre ja auch blöd. Vielleicht ist es nur eine subjektive Einschätzung, aber mir kam es vor, als ob die Tippfehler in der zweiten Hälfte des Buches dramatisch zunehmen.

Ziemlich nah beieinander schrieb Frau Wörter z.B. dreimal das Wort „tuen“, dass aber in den Fällen „tun“ hätte heißen müssen. Es ist nämlich so, dass „tuen“ die Verbform des Konjunktiv I für die dritte Person Plural darstellt: sie tuen. Und den Konjunktiv I benutzt man hauptsächlich, um indirekte Rede darzustellen. Ja, ich gebe zu. Das ist aus dem Deutschunterricht nicht mehr hängen geblieben, aber Google ist mein Freund. Dann hat Frau Wörter nie, wirklich nie, bei der direkten Rede an das Leerzeichen zwischen dem Doppelpunkt und den Anführungsstrichen gedacht. Es gab viele Kommata an Stellen, an denen keine hingehörten, andererseits gab es auch viele Stellen ohne Kommata, die eines bedurft hätten. Ich habe mir bei weitem nicht bei jedem Fehler eine Notiz gemacht, weil es dazu zu viel war.

Besonders schön fand ich diese Stelle, die ich auch direkt per What’s App geteilt habe:

„Ich war zwar aus freiem Willen nach Soma gekommen, doch damals hatten sich die Ereignisse überschlagen.“ (Pos. 3704)

DAMALS war gestern. Sie kam nach Soma. Ist durch die Gegend gelaufen, hat geschlafen, ist aufgestanden und überlegt. Aber damals…

Und ohne groß zu überlegen habe ich zwei Fälle des leider stark verbreiteten Problems des „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ gefunden.

  • Doch auch trotz diesem Umstand konnte ich schwerlich sagen, ich sei gezwungen worden nach Soma zu kommen. (Pos.3714)
  • Es war der gleiche Ausdruck in seinen Augen, den auch seine Männer während dem Abendessen gehabt hatten. (Pos. 6968) 
Ich würde der Autorin aufgrund dieser Punkte wärmstens ans Herz legen, diese Fehler zu beseitigen. Mich hat es schon ziemlich genervt.

Die Charaktere besaßen zum Großteil keinen Tiefgang. Alena war oberflächlich und flatterhaft (immer noch das nette Wort für den Jugendschutz), dann war sie perfekt. Sie hat intuitiv alles richtig gemacht, nicht einen Fehler begangen, selbst wenn, dann war es nie ihre Schuld, sondern die von anderen. Aber sie war fehlerfrei. Hübsch, schlank, beliebt, perfekt. Gähn. Bei dem ständigen Männerwechsel blieb auch einfach keine Zeit mehr, denen allen einen Hintergrund zu schreiben.
Es werden viele, viele Namen genannt, von denen man aber kaum mehr erfährt. Nur ganz vereinzelt bekommen wir ein bisschen Vergangenheit. Dann hat die Autorin eine Vorliebe für Namen mit  Apostroph. Nachdem ich auf ihrer Facebook-Seite gesehen habe, dass in ihrem neuen Buch auch diverse Namen mit Apostroph auftauchen, scheint dies wohl ihr „Ding“ zu sein. Ich fand es nicht angenehm zu lesen, vor allem habe ich die somatischen Namen von Yan und David schon wieder vergessen.

Und zu guter Letzt möchte ich noch sagen, dass ich sehr gern Fantasy lese und daher „komische“ Sachen gewohnt bin. Aber Alena toppt alles. Das war mir wirklich zu krass.


Das Buch konnte mich leider gar nicht überzeugen und ich hätte es doch bei 20% abbrechen sollen.  Daher gebe ich schwache
2 von 5 Punkten

Comments (10)

Hallo Christina,

ein Bild des Buches wäre noch ganz schön, fände ich.

Das Buchcrossing Buch scheint sich wohl in Luft ausgelöst zu machen oder? Schaue öfters auf die Seite, aber es gibt keine weiteren Infos.

Schade oder? Passiert das öfters?

LG und schon mal ein schönes Wochenende..Karin..

Hallo Karin,

bei mir wird ein Foto vom Buchcover angezeigt. Kannst du das nicht sehen?

Ich habe insgesamt 15 Bücher mit Bookcrossingaufkleber „auf Wanderschaft“ geschickt und bisher nur von dir eine Rückmeldung erhalten. Sehr schade.

Grüße

Hallo Christina,

so jetzt „sehe“ ich es auch. Danke dafür ..schönes Cover mit der Kugel und dem Schatz.

Bin auch etwas traurig, dass nach mir keiner mehr eine Meldung bei Bookcrossing abgegeben hat. Kann ja auch anonym gemacht werden.

LG..Karin..

Hm, ich hatte das Cover aber von Anfang an drin.

Komisch, dass es dir nicht angezeigt wurde.

Sorry Christina,
aber Sie haben das Buch wohl vor lauter Ärger wegen der Rechtschreibfehler nicht richtig gelesen. Überschreitet das nicht Ihre Kompetenz Auszüge aus dem Buch bei What’s App zu verbreiten?
In dem Buch ist z. B. eindeutig erklärt, warum manche Namen ein oder sogar zwei ‚ aufweisen. Das ist nicht nur eine Masche der Autorin, oder weil die Namen damit so schön aussehen.
Auch der Satz, der Sie so amüsiert hat, ist völlig aus dem Zusammenhang gegriffen – immerhin hat Alena zu dem Stadium schon Dar’sal befreit, ist in Parims Hände geraten, sollte dem Drachen zum Fraß vorgeworfen werden, konnte diesen befreien – sie hat also viel mehr getan als nur einmal gegessen, geschlafen und ein bisschen in der Gegend herum zu spazieren. Kann es sein, dass Sie sich nur noch auf die Rechtschreibfehler konzentriert haben, sodass Sie den Rest überlesen haben? Schade, Ihnen ist einiges entgangen.

1. Teil der Antwort (war leier zu lang)
Hallo liebe(r) anonymer Kommentarschreiber(in),

grundsätzlich würde ich auf einen solchen Kommentar gar nicht antworten. Scheinbar sind Sie so von Ihrer Meinung überzeugt, dass Sie nicht mal Ihren Namen nennen wollen. Vielleicht trauen Sie sich nur nicht, weil Sie wissen, dass Ihr Kommentar falsch und unbegründet ist.

Aber da ich nichts zu verlieren habe, hier mal meine Antwort:

„Sorry Christina,
aber Sie haben das Buch wohl vor lauter Ärger wegen der Rechtschreibfehler nicht richtig gelesen.“

>> Das habe ich sehr wohl. Gerade wegen der Fehler habe ich auf ALLES geachtet.

„Überschreitet das nicht Ihre Kompetenz Auszüge aus dem Buch bei What’s App zu verbreiten?“

>> Nein. Ich habe EINEN Satz mit Quellenangabe „verbreitet“. Das nennt man zitieren und dafür bin ich durchaus kompetent genug, vielen Dank.

2. Teil der Antwort
„In dem Buch ist z. B. eindeutig erklärt, warum manche Namen ein oder sogar zwei ‚ aufweisen. Das ist nicht nur eine Masche der Autorin, oder weil die Namen damit so schön aussehen.“

>> Ich weiß. Je mehr Apostrophe im Namen, desto mächtiger die magischen Kräfte. Aber diese „Regel“ hat die Autorin aufgestellt. Albus Dumbledore heißt ja auch nicht Dum’ble’dore, sondern eben nur Dumbledore. Wobei der das sicherlich auch wohl verdient hätte. Diese „Macht durch Apostroph“-Masche hat sich die Autorin ausgedacht. Sie zieht es durch und das darf sie auch. Mich hat stört es trotzdem.

„Auch der Satz, der Sie so amüsiert hat, ist völlig aus dem Zusammenhang gegriffen – immerhin hat Alena zu dem Stadium schon Dar’sal befreit, ist in Parims Hände geraten, sollte dem Drachen zum Fraß vorgeworfen werden, konnte diesen befreien – sie hat also viel mehr getan als nur einmal gegessen, geschlafen und ein bisschen in der Gegend herum zu spazieren.“

>> Ich habe jetzt noch mal nachgeschaut und es war so:
1. Es geht bei Kapitel 20 los, Pos. 2726. Da überlegt Alena, für immer nach Soma zu gehen. Siehe letzter Satz in Kapitel 19.
2. Alena landet in Soma, im Versammlungsraum, Pos. 2733.
3. Alena ist endgültig gelandet, ohnmächtig geworden, aufgewacht, Pos. 2762.
4. Kapitel 21. Kurz die Augen geschlossen, Wein von Solim bekommen, Pos. 2780.
5. Auf auf zur Befreiung von Yan und David bei Pos. 2798. Grad geht die Sonne auf. Ob Alena nun vor oder nach Mitternacht nach Soma kam, darüber lässt sich streiten.
6. Falle im Kerker, Pos. 2836.
7. David weist Alena auf die Falle hin, Pos. 2900.
8. Alena wird gefangen genommen, Pos. 2928.
9. Alena wird in ihr „Zimmer“ auf der Burg gebracht, Pos. 3049.
10. Alena steht mittlerweile am Scheiterhaufen, es ist der Tag, der bei Punkt gerade anbrach, an dem Yan und David verbrannt werden sollten. Weiter geht es dann bei Punkt…
11. Der Drache kommt, Pos. 3248.
12. Alena, Drache und Symbiont-Vampir fliehen aus der Burg und laufen durch einen Tunnel, Pos. 3451.
13. Raus aus dem Tunnel und es ist Vollmond. Alena ist maximal 24h in Soma! Pos. 3620
14. Aha, 23 Uhr ist es. Denn um Mitternacht startet die Rettungsaktion und laut Dar’…/David haben wir noch eine Stunde, um zum Versammlungsraum zu kommen, Pos. 3637.
15. Wir fliegen und fliegen und fliegen….
16. Beim Fliegen denkt Alena den von mir zitierten Satz, dass sich DAMALS, als sie sich entschieden hat (siehe Punkt 1) alles überschlagen hat.

Gehen wir nun davon aus, dass Alena (als anschauliches Beispiel) Montagabend VOR Mitternacht ankam, haben sie am Dienstagmorgen Yan und David gerettet. Dienstagmittag stand sie auf dem Scheiterhaufen und Dienstagabend um 23 Uhr kam sie mit dem Drachen und Symbiont-Vampir aus dem Tunnel raus. Jetzt ist es zwischen Dienstag 23 Uhr und Dienstag 24 Uhr und sie redet von MONTAGABEND, bevor sie nach Soma kam.

Wie viel in der Zwischenzeit passiert ist, hat nichts damit zu tun, dass man GESTERN nicht als DAMALS bezeichnen kann. Sicherlich, der Duden gibt keine Anweisung, wie weit „damals“ in der Vergangenheit liegen muss, aber eigentlich wäre hier das Wort „gestern“ schon angebrachter als damals. Denn trotz, dass so viel passiert ist, ist es einfach erst gestern gewesen.

„Kann es sein, dass Sie sich nur noch auf die Rechtschreibfehler konzentriert haben, sodass Sie den Rest überlesen haben? Schade, Ihnen ist einiges entgangen.“

>> Nun habe ich jeden Ihrer Punkte klargestellt und meine Rezension ist immer noch inhaltlich korrekt. Ihre Feigheit, dass Sie Ihren Namen nicht nennen, nicht einmal ein „Grüße, XXX“ wirkt, als ob Sie entweder dafür bezahlt werden, oder ein(e) enge(r) Freund(in) der Autorin sind.

Lustigerweise hat die Autorin selbst nicht so grantig auf meine Meinung reagiert, wie sie es hier tun. Leider nach wie vor unbegründet.

Trotz Ihrer Unfreundlichkeit wünsche ich Ihnen einen schönen Sonntagabend.

Christina (mit Namen!!)

Ein selbstgeschriebenes Buch in die Hände Anderer zu geben, beinhaltet immer das Risiko, dass es nicht gefällt. Schließlich geht es dabei, wie so oft, um Geschmack. Zum Glück gibt es aber selbst bei Büchern ein paar objektive Kriterien. Orthografie, Grammatik, schlüssige Handlung, nachvollziehbare Protagonisten … Christina hat jeden ihrer Kritikpunkte einwandfrei belegt. Nichts ist unbegründet, nichts einfach nur ihr Geschmack. Sie steht zu jedem ihrer Worte.
Anonym deswegen zu schimpfen – wie unfair ist das denn?

Maria G. Noel

Anonym schimpfen – muss das sein?
Meine nicht anonyme Meinung: Wer sein Buch in die Hände Anderer gibt, geht damit ein gewisses Risiko ein, nämlich, dass es demjenigen nicht gefällt. Christina hat sich hier in subjektivem Geschmacksempfinden sehr zurückgehalten, sondern an objektive Kriterien gehalten wie Orthographie, Grammatik, Schlüssigkeit, Nachvollziehbarkeit. Ihre stets ausführlich begründete Kritik ist an keiner Stelle beleidigend oder verletzend.
Von daher ist der anonyme Kommentar einfach nur unfair.

Maria Noel

Hallo Christina,

also „Anonym“ geht schon mal gar nicht, finde ich!!

Sorry, soviel Anstand und Achtung sollte jeder auch in der Internetwelt dem anderen gegenüber aufbringen und erwähren. Das mal zum 1.ein/angebracht.

Ein Buch öffentlich machen ist immer ein Wagnis, was aber denke ich mir jeder Autor/in gerne in Kauf nehmen tut/muss, denn sonst bleibt er/sie unentdeckt, was wahrscheinlich auch nicht im Sinn des Autoren ist. Das ist mal Fakt.

Und jeder der ein Buch liest empfindet anderster und beurteilt so mit auch entsprechend unterschiedlich, was auch für die Seite des Erfinders/Autoren gilt bzw. möglicher Freunde usw. ein Seite der Beurteilung immer darstellt und klar gibt es auch noch andere Kriterien, wie Grammatik/Zeichensetzung/Schlüssigkeit der Figuren/Handlung usw.

Christina, ich finde Du hast alles beachtet und das ist Dein Urteil!! Punkt aus.

Schön wäre es wenn, „Anonym“da entsprechend in sich gehen würde!

LG..Karin..

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