Time Travel Inc.: Rewind (01) – Laura NEWMAN

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 12-01-2014

Ein fesselnder Zeitreise-Roman, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt.
Zeitreisen sind möglich. Zumindest für Leana Whitman, die sich als erste Zeitreisende der Geschichte durch das Amerika der Zwanziger Jahre schlägt. Dabei muss sie nicht nur ihre eigentlichen Auftrageber hintergehen, sondern sich auch lebensbedrohlichen Situationen und unerwarteten Begegnungen stellen.
Während sie versucht ihre Mission erfolgreich abzuschließen wird sie wider Willen Teil der Geschichte und lernt zu allem Überfluss auch noch den Mann ihres Lebens kennen. Wie ungünstig, dass dieser in ihrer Gegenwart bereits über 100 Jahre alt wäre.
Zwischen Jazz, Flüsterkneipen und negativer Energie bahnt sie sich ihren Weg durch die Irrungen und Wirrungen dieser Zeit.
(Quelle: Klappentext)

Ich liebe Zeitreiseromane. Alle, die ich bisher gelesen habe, waren toll. Wie könnte ich da nur dieses Buch ablehnen? Ging nicht, also habe ich es gelesen.
Inhaltlich fand ich es wirklich super! Durchaus verdiente 4 von 5 Sternen.
Aaaaaber …
Liebe Laura, bitte, bitte suche dir vor der nächsten Veröffentlichung einige Testleser, sei es Mutter, Schwester, Cousine, beste Freundin oder auch übers Internet willige Blogger/Leser. Es ist einfach schade, wenn man sich sein gutes Buch durch diese vielen Fehler selbst ruiniert.
Zunächst wollte ich nur Post-It’s ins Buch kleben, aber bei der Menge der Fehler habe ich mich dann doch für den Kugelschreiber entschieden. Ich habe noch nie (!!) mit Kuli in ein Buch geschrieben, das keine Schullektüre war. Aber so viele Post-It’s hätte ich gar nicht kaufen können.
Damit ihr mir glaubt, dass ich hier nicht übertreibe, werde ich einige Sätze zitieren. Natürlich nicht alle, das würde den Rahmen sprengen.
Zunächst einmal ein Logikfehler. Auf Seite 6 z.B. berichtet Newman, dass der Ur-Ur-Großvater ihres Professors im Jahre 1921 in den USA einen Schatz versteckt habe. Auf Seite 28 schreibt sie dann:

„Er selbst hatte seinem Enkel, Professor Tyssots Vater, immer die Geschichte seines grandiosen Abenteuers im wilden Westen erzählt.“

Dann nehmen wir uns jetzt mal die 2 Minuten Zeit, einen Mini-Stammbaum zu erstellen.
Ur-Ur-Großvater
     ↓
Ur-Großvater
     ↓
Großvater
     ↓
Vater
     ↓
Professor Tyssot.
Nun erzählt also der Ur-Ur-Großvater seinem Enkel die Geschichte. Sohn von Ur-Ur ist Ur. Und Sohn von Ur ist Großvater. Aber laut Newman wird es des Professors Vater erzählt. Sie hat hier eine Generation übersprungen. Kleinigkeit, aber leicht vermeidbar.
Dann bestehen bei Frau Newman akute Interpunktionsprobleme. So setzt sie viele Kommata, die an diesen Stellen überhaupt gar nichts zu suchen haben, dafür fehlen an anderen Stellen Kommata. Außerdem arbeitet sie viel mit verschachtelten Sätzen, die das Lesen sehr anstrengend machen.

„Soweit ich weiß, ist, durch eine ganze Menge Mischehen zwischen Indianern und Sklaven, eine ganz eigene Bevölkerungsschicht entstanden, versteht Ihr?“ (S. 57)

Dieser Satz wäre wesentlich einfacher, wenn sie einfach schreiben würde „Soweit ich weiß, ist durch eine ganze Menge Mischehen eine ganz eigene Bevölkerungsschicht entstanden.“

„Er war tief in das Land, rund um den Lake Maurepas, eingedrungen.“ (S. 125)

„Als ich das Zimmer schließlich erreichte, traute ich mich erst als ich die Tür hinter mir verschlossen und das Zimmer nach verdächtigen Eindringlingen aus der Zukunft durchsucht hatte, wieder normal zu atmen.“ (S. 134)

Außerdem hat sie das Problem, dass sie selbst nicht weiß, wie ihre Figuren heißen. Assistent Tom heißt auf Seite 16 Peterson, auf den Seiten 74 bis 112 Petersen, auf Seite 113 wieder Peterson und auf Seite 243 wieder Petersen.
Auf Seite 108 wirft sie mit medizinischen Fachausdrücken um sich, die leider erst auf Seite 166 weiter aufgeklärt werden.
Der Duden erlaubt bei der höflichen Anrede sowohl die Klein- als auch die Großschreibung des „Sie“, „Ihnen“, „Du“ und „Dir“. Ich persönlich bevorzuge Sie und Ihnen groß, du und dir klein. Richtig ist beides. Aber man sollte es dann schon kontinuierlich durchziehen. Frau Newman wechselt leider auch mal mitten im Satz die Schreibweise:

„Ich sagte ihr gleich, dass ich nicht wüsste wann Sie und ihr… Begleiter zurück sein würden […]“ (S. 234)

Abgesehen vom offensichtlichen Groß- und Klein fehlt ein Komma und nach dem „ihr“ ein Leerzeichen.
Ebenfalls auf Seite 166 finden wir folgenden Satz:

„Eigentlich war es gut für ihn, dass der Mann tot jetzt tot war.“

Ach so.
Interessant ist natürlich auch, dass sich Leana in den USA, in denen auch 1921 schon Englisch gesprochen wurde, Gedanken macht, ob sie jemanden duzt oder siezt. Denn das englische „you“ ist immer gleich (S. 189).
Viele Rezensionen bei Amazon weisen auf die Fehler hin, meine wird die nächste. Ich kann es dann aber nicht verstehen, dass Vielleser diese Fehler „gar nicht registrieren“. Ich weiß, dass ich sehr pingelig bin, aber das ist wirklich etwas viel des Guten.
Ich kann mich nur wiederholen: Inhaltlich fand ich es super! Interessant, spannend, romantisch. Aber wenn ihr selbst sehr auf Fehler achtet, dann lasst lieber die Finger von dem Buch.
Da ich ein Buch der ersten Auflage erhalten habe, kann ich nur hoffen, dass in der neuen Aufgabe einige Fehler ausgemerzt wurden. Dasselbe hoffe ich auch für den zweiten Teil, der demnächst erscheint.
Bei mir gibt es wegen der Fehler einen Punkt Abzug. Da es die oben genannten 4 von 5 Punkten für den Inhalt gab, bleiben noch drei übrig.
bewertung-3

Comments (1)

Hallo Christina,

na ich hoffe mal für Dich, dass die Autorin Deine Einwände besser aufnimmt, als das beim letzten Mal der Fall war.

Hm, ich erinnere mich da dunkel an einen ähnlich gelagerte Buchbesprechung. Wo es leider auch ziemliche Fehlerquellen gab.

Niemand ist perfekt, aber es gibt doch so tolle Programme dafür und deshalb ist es einfach doch schade, wenn sowas passiert.

LG..Karin…

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