Die Aprilhexe – Majgull AXELSSON

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 28-03-2012

Hirngeschädigt, spastisch, epileptisch. Ihr ganzes Leben, das knapp ein halbes Jahrhundert währt, verbringt Desirée hauptsächlich im Krankenhaus. Sie kann sich fast nicht bewegen, und sie kann sich kaum verständlich machen. Aber sie hat scharfe Augen und einen messerscharfen Verstand. Und sie kann etwas, was alle anderen nicht können. Desirée ist eine Aprilhexe. Aprilhexen besitzen die Fähigkeit, ihren Körper zu verlassen, sich mit ihrem Bewußtsein anderer Körper — Mensch oder Tier — zu bedienen und Ausflüge in die Welt zu unternehmen. Auf diese Weise beobachtet sie das Leben ihrer drei Halbschwestern. Ihre Mutter nahm diese Kinder in Pflege, nachdem sie ihr eigenes behindertes Kind Medizin und Forschern überlassen hatte.
Margareta, eine akademische Modepuppe, Christina, eine unterkühlte und hypochondrische Ärztin, Birgitta, eine drogensüchtige Säuferin. Inzwischen sind sie alle um die fünfzig, und ihre Pflegemutter Ellen ist lange tot. Keine weiß, daß es Desirée gibt und daß sie von ihr gesteuert werden. Mit anonymen Briefen und übersinnlichen Fähigkeiten läßt sie alle drei aufeinander prallen und ihre abgründigen Lebensgeschichten voll Angst, Schmerz und Haß ausgraben. Während sich die Vergangenheit neu belebt, flackert auch Desirées eigene Geschichte wieder auf.
Das verstrickte Leben der vier Schwestern, die biologisch überhaupt nichts miteinander zu tun haben, scheint ein einziger Sündenpfuhl aus Verfehlungen zu sein. Drastisch und schamlos wird abgerechnet. Macht ein mehrfach behindertes Leben Sinn? Ist sozialer Absturz allein selbst verschuldet? Wo liegt der dunkle Schatten gesellschaftlicher Anpassung? Die Autorin mischt brisante Tabuthemen auf. Sie legt mit Metaphysik, Mystik und einem ausgeprägten Sinn für Wahrheit und Wirklichkeit dem ganzen Wirrwarr von widerstreitenden Kräften ein Weltbild zugrunde, das es ermöglicht, haarsträubende Paradoxien auszusöhnen und brennende Fragen zu löschen.
Ein Buch auf hohem Niveau, aggressiv, brutal ehrlich, schmucklos direkt. Ein Thema auf Messers Schneide, scharf durchleuchtet, feinsinnig interpretiert, tabulos behandelt. Eine Geschichte, die anklagt, abrechnet, versteht und verzeiht. Eine Handlung, die den Leser mit Klauen packt. –Daphne von Unruh


Klauen? Eher Grauen. Das Buch war laaaaaangweilig. Es ist nichts passiert. Gut, Birgitta eine verlogene, drogensüchtige, alkoholabhängige Hure, Christina eine Ärztin und Margareta eine Physikerin. Passiert. In jeder Familie gibt es schwarze Schafe. Ich mag ja grundsätzlich eher leichte Lektüre, habe mir von diesem aber viel versprochen, vor allem, da ich im beruflichen Umfeld „das ist ein super Buch“ gehört habe. Was ist denn der Sinn des Buches? Die behinderte Desirée ist eifersüchtig auf ihre drei Halbschwestern, die gesund sind und „das Leben leben, dass ihr bestimmt war“. Sie spielt die Schwestern gegeneinander aus, diese hassen sich. Ja, das wars. Mehr ist auf über 500 Seiten nicht passiert. Am Ende sind die meisten Personen tot und die drei Pflegeschwestern mögen sich noch immer nicht. Ich fand das Buch mehr als sinnlos, es war eine Qual, es zu lesen. Ich habe es nur gelesen, weil meine Chefin es halt so gut fand. Ein Stern ist noch zu viel Lob…

0,5 von 5 Sternen

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