Portugiesische Assemblage – Alesia FRIDMAN

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 12-03-2014

Quelle: Facebook

Eine Assemblage – ein ganz neuer Geschmack wird kreiert, wenn verschiedene Rebsorten für einen Wein
verwendet werden. Im besten Fall vereint diese Assemblage harmonisch die positiven Eigenschaften der einzelnen Rebsorten. Eine solche Assemblage entsteht, als Marlene auf Pedro trifft.

Marlene ist Frauenärztin, Mitte dreißig und Single. Von ihrem Urlaub an der Algarve verspricht sich die ehrgeizige und zielstrebige Ärztin vor allem eines: Ruhe und Erholung von ihrem anstrengenden Beruf. Doch als sich ihr die Gelegenheit zu einem erotischen Abenteuer bietet, lässt sie sich darauf ein. So unerwartet facettenreich wie die Weine Portugals, die sie an der Küste kennenlernt, entwickelt sich auch die Romanze, bis diese schließlich Marlenes minutiös geplante Zukunft in Frage stellt.
(Quelle: amazon.de)

Unsere Protagonistin in diesem Buch, Marlene, verbringt ihren ersten Urlaub seit Jahren allein. Keine Freunde, keinen Partner, zu den Eltern keinen Kontakt. Ihr Plan: zwei Wochen lang allein in einem Mietwagen an der Küste Portugals entlang fahren.

Ganz ehrlich? Diese Frau muss schrecklich einsam sein. Und mehr als einmal habe ich mir gedacht, dass ich mit Marlene auch nicht befreundet sein möchte. Sie strotz vor Selbstbewusstsein, wirkt auf mich manchmal etwas arrogant (aber nicht viel, wirklich nicht), kühl, unnahbar und beherrscht.

Ich habe noch keinen Erotikroman gelesen, in dem Sex so sachlich abgearbeitet wurde. Ich mag blumigen Sex, der auch für die beteiligte Frau schön ist.

Auf ihrer Facebook-Seite schreibt Frau Fridman

In meinem Buch wollte ich den sexuellen Akt jedoch realistischer darstellen. Welche sexuell aktive Frau erlebt den Akt denn schon als Geschenkpaket mit rosaroter Schleife?

Nun, ich nicht, das gebe ich ganz offen zu. Aber gerade deshalb lese ich ja diese Schmachtfetzen. Und auch Fantasy. Um es eben nicht so zu haben, wie ich es immer habe. Ich will damit weder mein Leben noch meine Beziehung schlecht machen. Aber jeder wünscht sich doch eine kleine Auszeit, einen Urlaub. Und wir Leser finden diese Auszeiten in Büchern. Da soll alles toll sein, die Protagonisten dürfen gern auch Makel haben, damit es nicht langweilig wird, aber da darf Frau gern blumigen, wilden Sex haben und meinetwegen auch jedes Mal unzählige Orgasmen bekommen.

Wie der Sex biologisch funktioniert, ist mir durchaus bewusst. Aber ich möchte mit den Figuren zusammen erleben. Und ja, ich erwarte bei einem Erotikroman, dass er mich etwas anheizt.

Hier fehlte mir leider jegliches Gefühl. Es kam keine Leidenschaft auf, Marlene hat mich häufig genug gestört. Die Protagonistin stört, weil sie die Szene kaputt macht.

Insgesamt war mir auch vieles zu umfangreich beschrieben. Frau Fridman wirft diverse Fachwörter in den Raum, die ich nicht alle kannte. Einige lassen sich annähernd aus dem Kontext erraten, andere habe ich einfach überlesen. Das kann natürlich auch an meinem mangelnden medizinischen Hintergrundwissen liegen.

Etwas unsinnig fand ich jedoch die Tatsache, dass die deutsche Marlene sich fließend (!!) auf Englisch mit medizinischen Fachausdrücken mit portugiesischen Kindern unterhielt. Dass die Kinder Englisch sprechen, okay. Und sicher kennen sie viele Begriffe um den Brustkrebs herum, wenn die Mutter daran stirbt. Aber auf Englisch? Das wage ich stark zu bezweifeln. Dieser Punkt hat sich durchs ganze Buch gezogen und mich immer wieder die Stirn runzeln lassen.

Bei der Beschreibung der Zubereitung des Tintenfisches hat es mich dann doch zu einer leidenschaftlichen Gefühlsregung hingerissen: Ekel. Ich esse generell keinen Fisch oder Meeresfrüchte. Ich mag es nicht, finde es eklig. Aber nach diesem Buch würde ich mit den Tintenfischen brechen, wenn ich sie vorher gegessen hätte (man beachte das tolle, aber unbeabsichtigte Wortspiel!).

Der – um die Fachbegriffe herumgelegte – Sprachstil war zwar flüssig und sehr angenehm zu lesen, konnte aber meine Kritikpunkte nicht übertrumpfen.
Ein Erotikroman ohne Erotik, ohne Leidenschaft, dafür mit einem unerwarteten Ende. Leider hat es mich nicht überzeugen können.
Leider nur schwache
bewertung-2
2,5 Sterne

Comments (1)

Das kommt ja gar nicht gut ein Erotikroman ohne Erotik , tz, tz

LG..Karin…

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