Fast ein halbes Jahr Stille

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Posted by Christina | Posted in Allgemein | Posted on 16-12-2016

Mein letzter Beitrag ist fast ein halbes Jahr her.
Wieso?

Ich stecke wieder mal einer Schreibkrise. Zum Glück verdiene ich mit diesem Blog nicht meinen Lebensunterhalt. Dann wäre ich dieses Jahr wohl verhungert.

Aber etwas ganz wunderbares ist passiert.

Nein … ich habe kein Kind bekommen, nicht die Liebe meines Lebens gefunden und geheiratet erst recht nicht. (Falls diese Punkte auf dich zutreffen, melde dich über das Kontaktformular: größer/gleich 1,80m, kräftig (gut in Futter!), keine Kinder, keine Tattoos, kurze Haare, gepflegte Fingernägel, Nichtraucher, Nichtschnarcher, unverheiratet, treu, lustig, eher Couchpotato als Fitnessfreak)

Ich bin ausgewandert. Oh mein Gott. Ich kann es noch gar nicht fassen. Seit drei Wochen lebe ich in England, etwa 30 Zugminuten von London (Victoria Station) entfernt.

Quelle: wikipedia.org

Schon seit Anfang des Jahres bin ich auf Jobsuche gewesen und Mitte November dann die Zusage. Allerdings nur zwei Wochen, bevor ich den Job antreten sollte.

Ich habe dann versucht, in 10 Tagen (fast) meinen gesamten Hausstand zu verkaufen, hier eine Wohnung zu finden und zwischendurch noch etwas zu schlafen und zu essen. (Falls noch jemand eine Küche sucht, ich hätte eine zu verkaufen, hochwertige Schränke und Geräte.)

Als ich dann hier ankam, vollkommen übermüdet, da ich 10 Tage kaum geschlafen habe und dann etwa 9 Stunden unterwegs war, um meine Habseligkeiten auf die Insel zu fahren, bin ich in mein WG-Zimmer (allerdings nur für eine Woche, da das „richtige“ noch renoviert wurde) gekommen und es war so klein und ich hatte so wenig Platz und war so müde, dass ich einen mittelschweren Nervenzusammenbruch hatte.

Ich habe nur geheult, meine Mama angerufen und ihr gesagt, dass ich einfach wieder zurückfahre, die neue Arbeit nicht antrete und mich am darauffolgenden Montag ganz unauffällig an meinen Schreibtisch beim alten Arbeitgeber setze. Ich fand es so scheiße. (Entschuldigt das böse Wort.)

Am nächsten Tag, nachdem ich endlich mal wieder durch- und ausschlafen konnte, ging es mir schon besser. Ich habe einige Sachen in den Kleiderschrank und die Kommode verräumt und dann war das Zimmer nicht mehr ganz so wild. Klar, es ist schon ein Unterschied, ob man alleine auf 85 m² wohnt, oder ob man sich ein Häuschen mit fünf anderen Menschen teilen muss.

Jetzt, nach drei Wochen, bin ich ziemlich froh, es getan zu haben. Der Job ist interessant, die Kollegen nett und die Mitbewohner meistens auch. Manche Sachen nerven mich, aber so ist das nun mal. Und eine eigene Wohnung kann ich mir im teuren England nicht leisten. So als Vergleich, ich zahle für dieses eine WG-Zimmer genauso viel wie für die große 3ZKBB-Wohnung in Deutschland (Kalt + NK).

Mein Traum wäre es, für immer hierzubleiben, aber ob das klappt, wird die Zukunft zeigen. Mit dem BrExit ist es ja alles etwas fragwürdig. Aber hey, ich lebe jetzt in England *aufgeregt quietsch*

Und wenn alles gut läuft, kommt auch bald mal wieder eine Rezension *räusper* Ganz bestimmt …

Comments (2)

Heey,

ich bin gerade eher zufällig auf deinem Blog gelandet und da habe ich direkt diesen Beitrag gefunden und bin neugierig geworden.

Wow, das ist wirklich hart in so einer kurzen Zeit gleich soweit weg zu ziehen. Der Text ist richtig mitfühlend geschrieben. Ich hoffe dir geht es gut dort drüben 🙂
https://captainbooksweb.wordpress.com/

Hey,

danke für deinen Kommentar 🙂

Ja, mir geht es gut. Fünf Monate bin ich jetzt schon hier!
Nächste Woche geht es für 2 Wochen nach Deutschland, Ostern feiern und so.

Je ne regrette rien…

Christina

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